Ungarn und Slowakei fordern Gesetze gegen Nahrungsmittelmultis

In Ungarn sollen verkaufte Markenprodukte schlechter seien als diejenigen mit derselben Verpackung in Österreich oder Deutschland. [Foto: defotoberg/shutterstock]

Ungarn und die Slowakei fühlen sich von großen internationalen Nahrungsmittelherstellern hintergangen und schalten jetzt die Europäische Union ein.

Wie das ungarische Landwirtschaftsministerium am Montag mitteilte, wird der EU-Ministerrat das Thema im März auf Antrag von Budapest und Bratislava erörtern. Ungarn hatte vor einer Woche einen Bericht veröffentlicht, wonach zahlreiche in Ungarn verkaufte Markenprodukte schlechter seien als diejenigen mit derselben Verpackung in Österreich oder Deutschland.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die slowakische Lebensmittelbehörde. Die Europäische Union müsse rechtliche Lösungen für das Problem finden, heißt es in der Mitteilung vom Montag. Gegenwärtig sehe die EU-Gesetzgebung keine Handhabe gegen die Tricks der Nahrungsmittelmultis vor.

Spekulationen mit Lebensmitteln: Das Parlament und der "Papiertiger"

Das EU-Parlament hat sich nicht zu strengeren Regeln gegen Nahrungsmittelspekulation durchringen können – und setzt sich über Bedenken humanitärer Organisationen hinweg.

In dem Bericht der ungarischen Lebensmittelbehörde hatte es geheißen, die von Nahrungsmittelriesen wie Unilever oder Nestlé in Österreich angebotenen Waren seien „cremiger“, geschmacklich besser oder reichhaltiger als in Ungarn. In einigen Fällen sei auch einfach der Packungsinhalt größer.

Die Behörde kündigte zugleich eine weitere Untersuchung an. Sie will 100 Produkte vergleichen, die in gleicher Aufmachung in Ungarn und im Ausland verkauft werden.

Subscribe to our newsletters

Subscribe